SolarEdge Wechselrichter steuern

Es gibt diverse Anleitungen und Hinweise im Netz, wie man seinen SolarEdge Wechselrichter über Modbus-TCP steuern kann. Aber die eigene ist natürlich immer die Beste. 🙂 Spaß beiseite: In meinem Fall wollte ich meinen angeschlossenen Batteriespeicher in bestimmten Fällen Nachts aufladen oder zu bestimmten Zeiten überhaupt nicht nutzen, also „einfrieren“. Die folgende Beschreibung ist reduziert auf die Steuerung über Loxone. Sonstige Logiken oder Steuerungen sind ausgeblendet, sind ja ohnehin für jeden individuell.

In der Loxone Config habe ich es hier so umgesetzt, dass man zu Demonstrationszwecken seinen Speicher per Loxone-App steuern kann. Zunächst mal das Endergebnis als Screenshot. Die Erklärung folgt sogleich. Am besten auf das Bild klicken, wird dann groß.

Zur Struktur des Bildes von links nach rechts: Über einen Ein-/Ausschalter steuert man 5 Analogwahlschalter, die entweder Defaultwerte (Aus-Zustand, V1) oder eigene Werte (Ein-Zustand, V2) in den Wechselrichter schreiben. An den Wahlschaltern sind im Wesentlichen Konstanten angeschlossen, die es für meinen Fall auch tun. Die Registeradressen und deren Einstellungen finden sich in den weißen Rechtecken, rechts neben den Aktoren. Diese habe ich zur besseren Übersicht so angeordnet.

Die Aktoren von oben nach unten.

  1. Remote Control Command Discharge Limit, Register 57360 bzw. E010: 5000W ist bei mir der Defaultwert und wohl auch das technische Maximum zum Entladen des Speichers. Am besten den Wert aus dem eigenen Speicher einmal auslesen und dann verwenden. Wird dieser Wert auf 0 gestellt, so bedeutet das: Speicher entlädt nicht, sondern hält den aktuellen Energiestand.
  2. Storage Control Mode, Register 57348 bzw. E004: Mein Defaultwert ist 1, was bedeutet „Maximize Self Consumption“. Möchte man den Wechselrichter selbst steuern, so ist der Wert auf 4 zu stellen, bedeutet „Remote Control“.
  3. Remote Control Command Timeout, Register 57355 bzw. E00B: Die Dauer in Sekunden, wie lange der Wechselrichter den Zustand „4“ des Storage Control Mode halten soll, bevor er selbständig wieder in den Standardmodus zurückwechselt. Über unsere eigene Steuerung schalten wir ohnehin wieder zurück. Aber für den Fall einer Netzwerkunterbrechung ist das quasi das Fangnetz.
  4. Remote Control Command Mode, Register 57357 bzw. E00D: Wird dieser Wert auf 3 gestellt, so wird der Speicher mit der unter Ziffer 5, Remote Control Charge Limit festgelegten Leistung geladen. Die Leistung ergibt sich aus der Summe der Leistungen von PV und Netz. In der Nacht also: Speicher aus dem Netz laden.
  5. Remote Control Charge Limit, Register 57358 bzw. E00E: Leistung in Watt, mit der der Speicher geladen werden soll. Man kann ihn also maximal laden(bei mir 5000W), moderat laden(bei mir 3500W) oder natürlich auch gar nicht laden(wäre dann 0W), wenn man den Speicher z.B. nicht voller als x% machen möchte, dann würde eine Logik zum entsprechenden Zeitpunkt von 5000 auf 0 setzen.

Wenn das Ganze nun eingeschaltet wird, dann lädt der Wechselrichter mit 3500W. Die eigenen Werte haben jedoch nur einen Effekt, wenn der „Storage Control Mode“ auf 4 gesetzt wird.

Ich setze in diesem Beispiel zwar 5 Werte, man könnte aber auch den obersten und den untersten ignorieren. Für gewisse Logiken ist es aber natürlich sinnvoll auch diese Werte im Zugriff zu haben.

Ergänzend zu meiner Erklärung findet man im Loxwiki ausführlichere Dokumentation und Beschreibungen hierzu.

Am besten vor einem beschreiben der Register mit sonstigen Werten zunächst die eigenen Standardwerte auslesen…

Hope it helps!

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